Der Begriff Sadomasochismus umschreibt ein Spektrum sexuell geprägter Praktiken, die sich auf das einvernehmliche Zufügen oder Erleiden von Macht, Schmerzen, Demütigungen oder Freiheitsbeschränkungen ausrichten. Hierbei muss Geschlechtsverkehr nicht unbedingt die zentrale Motivation der Handelnden sein.
In Medizin und Psychologie ging man früher generell davon aus, dass es sich um eine sexuelle Störung oder Paraphilie handelt. Diese pauschalisierende Auffassung gilt heute weitestgehend als veraltet. Es gibt Sadomasochisten, die ihre Wünsche nicht real ausleben, sondern auf die Fantasie beschränken. Es gibt, wie auch beim Sadismus und Masochismus nur wenige Personen, die ihre Wünsche als persönlichkeitsfremd und krankhaft bewerten und im klinischen Sinn behandlungsbedürftig sind. In den aktuellen Diagnosekriterien wird u.a. insbesondere dieser Leidensdruck als Hinweis auf eine bestehende behandlungswerte Erkrankung angesehen. Die grundlegende Basis für die Ausübung von Sadomasochismus ist, dass er prinzipiell von mündigen Partnern freiwillig und unter gegenseitigem Einverständnis in einem sicheren Maße praktiziert wird. Die Freiwilligkeit, das heißt die Einvernehmlichkeit zwischen den Beteiligten grenzt Sadomasochismus von Vergehen oder Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung und von Gewaltmissbrauch sowohl rechtlich als auch ethisch ab. Sadomasochismus wird heute öffentlich weitgehend als besondere Neigung oder sexuelle Spielart bewertet.
Neuere Untersuchungen zum Thema Verbreitung von SM-Phantasien und -Praktiken schwanken erheblich in der Bandbreite ihrer Ergebnisse, hierbei wird SM unter den moderneren Begriff BDSM subsumiert und nicht mehr isoliert betrachtet. Zusammenfassend lässt sich jedoch feststellen, dass die überwiegende Mehrheit der Autoren davon ausgeht, dass zwischen 5 und 25 Prozent der Bevölkerung regelmäßig Sexualpraktiken ausübt, die mit der Lust an Schmerzen, bzw. mit Macht und Ohnmacht in Verbindung stehen. Der Bevölkerungsanteil mit entsprechenden Phantasien wird sogar regelmäßig höher beziffert.In Deutschland, den Niederlanden, in Japan und in den skandinavischen Ländern stellen diese Praktiken grundsätzlich keine Straftat dar.
Quelle: Wikipedia